Donnerstag, 1. November 2012

Nowrangpur

So heißt das Dorf, in dem ich letztes Wochenende zwei Tage verbracht habe. 
Schon die Hinfahrt war traumhaft, es ging wieder ganz früh morgens los, die Sonne stand noch tief am Himmel und brach sich wunderschön durch die Bäume, die Landschaft ergoss sich in ihrer ganzen Schönheit vor meine Füße und die Silhouetten der Palmen und Berge zeichnete sich im goldenen Licht des Sonnenaufgang sanft am Horizont ab. 
Indien, du verrücktes Land, was bist du schön!!





In Nowrangpur angekommen, wurde ich gleich eingeladen, am nächsten Morgen die Morgenandacht in der Krankenhauskapelle des "Christian Hospital" zu halten. So hatte ich den Tag über Zeit, eine kleine Predigt vorzubereiten. Ursprünglich wollte ich in Nowrangpur „nur“ Uta Spehlmann besuchen, die vor Jahren als Krankenschwester aus Deutschland kam, um hier zu arbeiten. Mittlerweile ist sie wieder in ihre alte Heimat zurück gekehrt, hat aber im Oktober ein paar Wochen hier bei uns in Indien verbracht und ich wollte mal schauen, wie sie damals hier so gelebt und gearbeitet hat, denn sie kennt hier noch viele Ärzte und Krankenschwestern und pflegt einen guten und freundschaftlichen Kontakt zum Pastor und zum Krankenhauspersonal.
Die Andacht habe ich aber sehr gern gehalten, denn, das habe ich mittlerweile gelernt, in Indien spaziert man nicht einfach in einen Mission Compound und macht sich ein paargemütliche Tage! Hier ist es immer gut, eine Andacht, ein Gebet oder eine kleine Mitmach-Aktion in Petto zu haben, denn die Freude ist stets groß, wenn man als Gast etwas zum Gesamtprogramm beiträgt – wie eben die Morgenandacht in Nowrangpur! Die Andacht war dann auch wirklich schön, wir waren alle ganz glücklich und der Pastor hat mich daraufhin sogar eingeladen, doch bald mal für eine ganze Woche zu kommen, morgens die Andachten zu leiten und nachmittags das Krankenhaus zu besuchen und Seelsorgegespräche mit den Patienten zu führen. Wie könnte ich da nein sagen?! Toll!!





Die Rückreise war dann in der Tat auch ein abenteuerliches Ding – meine erste Busreise in Indien, ganz allein, von einer Stadt in die andere! Die Fahrt von Nowrangpur nach Jeypore dauert ungefähr 2 Stunden und lies sich erst mal sehr entspannt an. Ich saß direkt am Fenster, der warme Fahrtwind blies mir ins Gesicht, mein Sitznachbar war sehr nett und ich zeige ihm das Foto, dass ich aus dem Bus heraus geknipst habe, ich atme Indien in vollen Zügen und mit allen Sinnen ein – ich bin glücklich!
Aber nicht lange...!
Denn, wie sollte es anders sein, wir haben in einem kleinen Dörfchen, mitten im Nirgendwo, einen schönen Achsenbruch. Dort stand ich dann nun, ganz allein, mit meinen anderthalb Brocken Oriya, die ich mittlerweile spreche, umgeben von vielen aufgeregten Indern, die tausend gute Tipps hatten, wie dieser Bus nun zu reparieren sei und letztendlich wusste natürlich doch keiner vor oder zurück. Irgendwann habe ich zumindest verstanden, dass der Bus dienstunfähig ist und alle das Gefährt räumen sollen, der nächste Bus kommt bestimmt. Handyempfang? Fehlanzeige! Dafür eine Affenhitze und ich hatte vergessen, mir in Nowrangpur Wasser zu kaufen. Ich geriet kurz in die Versuchung mir auszumalen, was passiert, wenn jetzt kein Bus mehr kommt, und hatte für einen Moment Lust, aus zu flippen. Gleichzeitig fand ich das ganze Unternhemen aber auch sehr amüsant. Wäre ja auch langweilig, in Indien einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu fahren und alles klappt wie geplant! 
Und siehe da – es kam tatsächlich ein nächster Bus. Also, alle Mann rein da! Das sowieso schon volle Teil war mit uns nun gänzlich überfüllt und wir hatten es kuschelig warm. Aber so kommt man ins Gespräch! Während der Fahrt lernte ich ein paar nette Leute kennen gelernt, an denen ich gleich mein Oriya ausprobieren konnte – sehr zur Belustigung alle Umstehenden. Ich helfe doch gern weiter! 




Kommentare:

  1. Oh Taddi, ich wusste ja gar nicht, wie schön Indien ist! Liebe Grüße, Claudia!

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